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Europa in das neue Jahrtausend

Herausforderungen der Arbeits-, Sozial- und Gesundheitspolitik der finnischen EU-Präsidentschaft

Arbeitsministerium
Sozial- und Gesundheitsministerium 1999

Inhalt:

Europa in das neue Jahrtausend
Vorbemerkung
Förderung der Beschäftigung
Entwicklung des Arbeitslebens, des sozialen Dialogs und des Arbeitsschutzes
Koordinierung der sozialen Sicherheit der Wanderarbeitnehmer
Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern
Förderung der sozialen Eingliederung und Bekämpfung der Diskriminierung
Diskussion über Wechselwirkung von Sozialschutz und Wirtschaft
Rahmen für Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit im neuen Jahrtausend
Prävention der Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen
Internationale Dimension europäischer Aktivitäten
Ratssitzungen

Europa in das neue Jahrtausend

Beim Jahrtausendwechsel müssen wir uns Überlegungen über Vergangenheit und Zukunft anstellen. Auch die Europäische Union hat zu erwägen, in welcher Richtung man in kommendem Jahrtausend vorgehen möchte. Hierbei müssen wir immer mehr von den Bürgern ausgehen. Beschäftigung, sozialer Wohlstand und Gesundheit zählen zu den wichtigsten Anliegen im Alltag der Bürger. Wir sollen in unseren Ressorts Antworten auch auf jene neuen Herausforderungen finden, die durch die Globalisation, die Erweiterung der EU und die neue Technologie entstehen.

Finnland unterstreicht eine effektive und zügige Durchführung des Vertrages von Amsterdam, um die Beschäftigung zu fördern. In der Zukunft ist die Beschäftigung in allen Aktivitäten der Europäischen Union zu beachten, wie bei der Koordinierung der Wirtschaftspolitik und bei der Strukturfondspolitik. Vorbereitung und Durchführung der Beschäftigungsstrategie der EU erfolgt auf breiter Basis zusammen mit den Sozialpartnern auf europäischer Ebene.

Der Vertrag von Amsterdam gibt der Europäischen Union neue Möglichkeiten zur Förderung des europäischen Wohlstandes und der Sozialpolitik. Die wirtschaftliche Integration ist im Rahmen der EU schon weit in die Wirtschafts- und Währungsunion und in wirtschaftspolitische Koordination fortgeschritten. Über die Auswirkungen der wirtschaftlichen Integration auf die Beschäftigungs- und Sozialpolitik sind Diskussionen erforderlich. Wir möchten nun der sozialen Dimension der Europäischen Union konkreten Inhalt verleihen.

Die Regelungen der Gemeinschaft im Arbeitsrecht und Arbeitsschutz sowie Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit sind gute Beispiele dafür, wie unionsweite Maßnahmen im Leben der Bürger praktische Bedeutung haben können. Insbesondere sollten die Gesundheitsauswirkungen der Beschlußfassung beachtet werden.

Für die Chancengleichheit von Frauen und Männern hat man schon vieles unternommen. Dennoch ist die Stärkung des Mainstreaming-Prinzips und die praktische Verwirklichung der Chancengleichheit weiterhin eine umfassende Aufgabe.

Als für die Arbeits-, Sozial-, Gesundheits- und Chancengleichheitspolitik zuständige Ministerinnen sind wir davon überzeugt, daß koordinierte und gezielte Kooperation vieles bewerkstelligen kann - auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.

(Unterschriften)

Sinikka Mönkäre, Arbeitsministerin
Maija Perho, Sozial- und Gesundheitsministerin
Eva Biaudet, Ministerin für Sozial- und Gesundheitsdienste

Vorbemerkung

Kennzeichnend für die finnische Präsidentschaft ist das Inkrafttreten des Vertrages von Amsterdam. Der neue Vertrag gibt Möglichkeiten auch zu neuen Öffnungen, um in Politiken der EU die soziale Dimension zu stärken, die Beschäftigungsstrategie zu intensivieren und den Gesundheitsschutz sicherzustellen. Mit dem neuen Vertrag ist eine enge Kooperation mit dem Europäischen Parlament für die europäische Beschlußfassung immer wichtiger geworden.

Ein zentraler Schwerpunktbereich für die finnische Präsidentschaft ist die Vorbereitung der Beschäftigungsleitlinien für das Jahr 2000. Finnland richtet eine besondere Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen der Alterung der Arbeitskräfte, auf die Aufnahme des Prinzips der Chancengleichheit von Frauen und Männern in die nationalen Aktionspläne zur Beschäftigung sowie auf die Förderung der sozialen Mindeststandards.

Das Prozedere der europäischen Beschäftigungsstrategie wird den Bestimmungen des Amsterdamer Vertrages über Beschäftigung angepasst. Während der finnischen Präsidentschaft soll zur Unterstützung des Rates die Einrichtung eines neuen Beschäftigungsausschusses gemäß Artikel 130 des Amsterdamer Vertrages behandelt werden. Finnland wird möglichst auch die Behandlung einiger weiterer Vorschläge im Rat einleiten, die die Kommission aufgrund des Amsterdamer Vertrages vorzulegen hat.

Finnland will die Gespräche über die Entwicklung des Sozialschutzes innerhalb der EU fortsetzen. Eine europäische Diskussion insbesondere über die Wechselwirkung von Wirtschaft und Sozialschutz ist erforderlich.

Erste Antworten auf die gesundheitspolitischen Herausforderungen des neuen Jahrtausends wurden bereits während der vorangegangenen Präsidentschaften gesucht. Die finnische Präsidentschaft wird die Gespräche über eine neue Gesundheitsstrategie in der Europäischen Union fortsetzen. Der Amsterdamer Vertrag bedeutet eine gewichtigere Verpflichtung, die Auswirkungen der politischen Entscheidungen auf die Gesundheit der Bürger zu berücksichtigen.

In den während der finnischen Präsidentschaft fortzuführenden Erweiterungsverhandlungen werden auch die Fragen der Arbeits-, Sozial- und Gesundheitspolitik der Beitrittskandidaten betont. Zugleich muß es überlegt werden, wie die Erweiterung die eigene Tätigkeit der Union beeinflusst.

In der Welt der Globalisierung muß die europäische Arbeits-, Sozial- und Gesundheitspolitik immer mehr ihre internationale Dimension beachten.

Förderung der Beschäftigung

Die zentralste mit der Beschäftigung verbundene Aufgabe im Arbeits- und Sozialministerrat ist für Finnland die Vorbereitung der Beschäftigungsleitlinien 2000 für die Tagung des Europäischen Rates in Helsinki. Die Beschäftigungsleitlinien 2000 und der gemeinsame Beschäftigungsbericht der Kommission und des Rates über das Jahr 1999 werden zum ersten Mal gemäß den Bestimmungen des Amsterdamer Vertrages behandelt. Finnland sucht die Beschäftigungsstrategie dem Amsterdamer Vertrag anzupassen, indem möglichst auch ein Vorschlag über die Einrichtung eines Beschäftigungsausschusses gemäß Artikel 130 auf die Tagesordnung gesetzt wird.

Der informelle Arbeits- und Sozialministerrat in Finnland wird sich auf die Herausforderungen der Alterung der Arbeitskräfte konzentrieren. Außerdem arrangiert Finnland eine Ministerkonferenz über die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in den nationalen Aktionsplänen zur Beschäftigung bei der Durchführung der Beschäftigungsleitlinien der EU.

Ein zentrales Thema für die finnische Präsidentschaft ist die Entwicklung der Qualität der Dienstleistungen öffentlicher Arbeitsämter. Hierzu wird Finnland eine Vernetzungskonferenz der Arbeitsämter veranstalten, zu der neben der Zentralverwaltung auch Vertreter lokaler öffentlicher Arbeitsämter eingeladen werden.

Während der finnischen Präsidentschaft werden Zielprogramme des Europäischen Sozialfonds für den neuen Strukturfondszeitraum 2000 bis 2006 vorbereitet. In der allgemeinen Verordnung über Strukturfonds und in der Verordnung über den Europäischen Sozialfonds (ESF) wird einerseits die Verbindung zwischen dem ESF und anderen Strukturfonds und andererseits die Verbindung zwischen der Beschäftigungsstrategie und den nationalen Aktionsplänen zur Beschäftigung verstärkt und präzisiert. Dies wird bei der Vorbereitung der Beschäftigungsleitlinien 2000 berücksichtigt.

Entwicklung des Arbeitslebens, des sozialen Dialogs und des Arbeitsschutzes

In bezug auf die Mindeststandards im Arbeitsleben sucht Finnland die Behandlung der anstehenden arbeitsrechtlichen Richtlinien dort fortzusetzen, wo sie während der deutschen Präsidentschaft abgeschlossen wurde. Diese Richtlinien beziehen sich u.a. auf Arbeitnehmermitbeteiligung in einer Europäischen Aktiengesellschaft und auf Arbeitszeitregelungen.

Finnland hebt auch die Beschäftigungsauswirkungen der neuen Arbeitsorganisation sowie die Möglichkeiten hervor, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten zu erleichtern. Finnland wird eine Konferenz über die Arbeitszeitpolitik arrangieren. Hier soll man sich überlegen, ob mit Hilfe einer Umorganisierung der Arbeitszeit flexible Konzepte entwickelt werden können, die sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer nützlich sind.

Finnland hält die Förderung des sozialen Dialogs auf Gemeinschaftsebene für wichtig. Finnland wird den Ständigen Ausschuß für Beschäftigung einberufen, um über die Beschäftigungsleitlinien für 2000 sowie über den Gemeinsamen Bericht über Beschäftigung zu beraten.

Finnland fördert die Ergänzung der Mindeststandards im Arbeitsschutz, was u.a. eine Fortbehandlung des ersten Teils (Schwingungen) der durch die deutsche Präsidentschaft auf die Tagesordnung gesetzten Richtlinie über physikalische Einwirkungen bedeutet. Auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes wird auch die Richtlinie über die explosionsfähigen Atmosphären behandelt. Finnland wird ebenso eventuell den Ende 1998 vorgelegten Entwurf zur Änderung der Richtlinie über die Benutzung von Arbeitsmitteln auf die Tagesordnung setzen. Soweit der Vorschlag der Kommission rechtzeitig abgeschlossen wird, soll auch die Änderung der Richtlinie über Asbestarbeit auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Koordinierung der sozialen Sicherheit der Wanderarbeitnehmer

Auf dem Gebiet der Koordinierung der sozialen Sicherheit der Wanderarbeitnehmer wird sich die finnische Präsidentschaft auf den Entwurf zur Reformierung der Verordnung 1408/71 konzentrieren, mit dem die heutigen Bestimmungen vereinfacht und geändert werden sollen. Die eigentliche Behandlung dieser umfassenden Gesamtreform wird während der finnischen Präsidentschaft in der Ratsarbeitsgruppe "Soziales" eingeleitet.

Finnland wird Anfang September ein Seminar über diese Gesamtreform veranstalten, wo Ansichten der Kommission und der Mitgliedstaaten über die Reform hoffentlich erörtert werden können. Das Seminar dürfte auch andeuten, welche die geeigneten Behandlungsmethoden, Zeitpläne und eventuelle Spezialbereiche für die ersten Beratungen sein könnten.

Auf dem Gebiet der Koordinierung der sozialen Sicherheit wird eventuell auch ein Vorschlag zur Änderung der Verordnung über Drittstaatsangehörige aufgenommen.

Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern

Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in nationalen Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitikbereichen ist die Zielsetzung der in Finnland abzuhaltenden Ministerkonferenz. Ausgangspunkt ist die Durchführung der beschäftigungspolitischen Leitlinien. Insbesondere wird darüber beraten, wie es den Mitgliedstaaten gelungen ist, die auf dem Europäischen Rat in Cardiff und Wien angenommenen Zielsetzungen über das durchgehende Prinzip der Chancengleichheit von Frauen und Männern in die zur Durchsetzung der Beschäftigungsleitlinien ausgearbeiteten nationalen Aktionspläne zur Beschäftigung aufzunehmen.

Auf dem Gebiet der Chancengleichheit von Frauen und Männern wird während der finnischen Präsidentschaft auch das jährliche Follow-up des Aktionsprogramms der 1995 in Peking abgehaltenen Weltfrauenkonferenz der UNO anstehen. Diese Berichterstattung soll während der finnischen Präsidentschaft präzisiert werden. Ziel ist es, daß die Methoden des Follow-up von nun an praxisnahe entwickelt werden, indem jedes Jahr ein oder zwei Themenbereiche beobachtet werden. Hierbei isf für die finnische Präsidentschaft die Beteiligung der Frauen an der Entscheidungsfindung vorgesehen.

Bei der Evaluierung der Verwirklichung des 4. EU-Programms über Chancengleichheit wird die Basis für ein eventuelles neues Programm gelegt.

Förderung der sozialen Eingliederung und Bekämpfung der Diskriminierung

Der Vertrag von Amsterdam eröffnet neue Möglichkeiten zur Förderung der sozialen Eingliederung und zur Bekämpfung der Diskriminierung. Finnland hält eine solche Verwirklichung dieser Möglichkeiten für wichtig, daß die Gesellschaft in Europa für die Belange aller Bevölkerungsgruppen aufgebaut wird. Nach dem Vertrag von Amsterdam, Artikel 13, kann die Gemeinschaft Maßnahmen zur Bekämpfung der Diskriminierung ergreifen, die sich auf Geschlecht, Rasse, ethnische Herkunft, Religion oder Überzeugung, Behinderung, Alter oder sexuelle Ausrichtung bezieht. Die finnische Präsidentschaft sieht den Initiativen der Kommission in diesen Bereichen mit Interesse entgegen.

Im Jahre 1999, im UNO-Jahr der älteren Menschen, will die finnische Präsidentschaft Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der Alterung der Bevölkerung lenken, und zwar sowohl auf dem informellen Arbeits- und Sozialministerrat in Juli als auch in der Konferenz über selbständiges Leben der Alten und Behinderten in Oktober. Finnland betont die lebenslange Förderung der Funktionsfähigkeit der Menschen.

Es muß auch sichergestellt werden, daß die Belange der Kinder und Jugendlichen ständige Beachtung finden.

Finnland hebt auch gemeinschaftsweite Aktivitäten zur Eingliederung der Flüchtlinge in die Gesellschaft hervor. Deswegen will Finnland mit der Behandlung eines diesbezüglichen Aktionsprogramms anfangen.

Diskussion über Wechselwirkung von Sozialschutz und Wirtschaft

Finnland will die europäische Debatte über die Entwicklung des Sozialschutzes fortsetzen, die auf der Grundlage der Mitteilung der Kommission über Modernisierung und Verbesserung des Sozialschutzes schon im Jahre 1997 angeregt wurde. Diskussionen über Wechselwirkung von Wirtschaft und Sozialschutz sollen in einer Situation vertieft werden, wo die wirtschaftliche Integration in die WWU fortgeschritten ist. Die Finanzierung des Sozialschutzes ist eine der großen Herausforderungen zu Beginn des neuen Millenniums. Der Sozialschutz ist hierbei als produktiver Faktor und als Bestandteil einer funktionierenden Wirtschaft anzusehen. Dieses Thema wird in der Konferenz über "Finanzierung des Sozialschutzes in Europa" in November behandelt, wo es sich um einen europäischen Ansatz handelt, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, hohe Beschäftigung und Sozialschutz zu kombinieren.

Rahmen für Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit im neuen Jahrtausend

Eine Antwort der Europäischen Union auf die gesundheitspolitischen Herausforderungen des neuen Jahrtausends sucht man schon seit mehreren Präsidentschaften durch Vorbereitungen auf eine neue Gesundheitsstrategie der Gemeinschaft. Dieses Programm soll die gesundheitspolitischen Maßnahmen der Gemeinschaft fast ein Jahrzehnt lang steuern. Die Bewertung der laufenden Aktionsprogramme im Bereich der öffentlichen Gesundheit gibt die Möglichkeit, von der Vergangenheit zu lernen.

Die Maßnahmen der Gemeinschaft sind auf die wichtigsten Gesundheitsprobleme zu richten. So kann die Erhaltung der Gesundheit und Funktionsfähigkeit der Bürger in allen Phasen des verlängerten Lebenslaufs gefördert werden. Die Förderung der Funktionsfähigkeit und Lebensqualität schließt unbedingt auch die Fragen der psychischen Gesundheit ein. Die psychische Gesundheit ist ein zentrales Element der Gesundheit. Die finnische Präsidentschaft wird eine Konferenz über Förderung der psychischen Gesundheit und der sozialen Eingliederung in Oktober 1999 in Tampere veranstalten.

Eine besondere Aufmerksamkeit ist der Gesundheit der Jugend zu widmen, wenn auf Tabakwaren und Alkohol bezogene Probleme gelöst werden.

Prävention des Rauchens ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gesundheitspolitik der EU, wo schon erhebliche Fortschritte gemacht worden sind. Der künftige Bericht der Kommission über Verminderung des Rauchens wird weitere Maßnahmen ermöglichen.

Gesundheit in allen Aktivitäten der Union

Der Vertrag von Amsterdam verpflichtet immer deutlicher zum hohen Gesundheitsschutzniveau in allen gemeinschaftsweiten Politiken und Aktionen. Während der finnischen Präsidentschaft soll dieser Verpflichtung ein konkreter Inhalt verliehen werden. Die Präsidentschaft sieht auch einem Bericht der Kommission über die Integration der Gesundheitsschutzerfordernisse in die Gemeinschaftspolitiken entgegen.

Eine Diskussion über die Entwicklung der Arbeitsmethoden des Rates wird durch die finnische Präsidentschaft eingeleitet. Auf dem Gesundheitsrat haben vorangegangene Präsidentschaften bereits Diskussionen darüber angeregt, wie die Institutionen der Gemeinschaft ihre Organisationen und Arbeitsmethoden beurteilen könnten. Als einzelne Frage kann hierbei die Behandlung der Initiativen über Medikamente beim Rat angesprochen werden. Zur Behandlung stehen eine Richtlinie über klinische Arzneiuntersuchungen sowie eine Änderung der Richtlinie über medizinische Geräte an.

Für die Gesundheit wichtige Sektoren sind z.B. Landwirtschafts-, Umwelt- und Verkehrspolitik. Das Forschungsrahmenprogramm der Gemeinschaft fördert die Entwicklung der mit Gesundheit verbundenen Informationssysteme. Binnenmarktbestimmungen regeln viele Produkte mit Auswirkungen auf die Gesundheit.

Auch die Tätigkeit der Europäischen Union gegen Drogen verlangt einen stärkeren Gesundheitsansatz. Die Drogenstrategie der EU wird zur Zeit für die Jahre 2000 bis 2004 vorbereitet.

Prävention der Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen

Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen ist ein multidimensionales gesellschaftliches, rechtliches und gesundheitliches Problem, bei dessen Bekämpfung eine europaweite Zusammenarbeit nationale Anstrengungen unterstützen kann. Die Institutionen der Europäischen Union haben einen starken politischen Willen erwiesen, indem sie das Problem der Gewalt auf die europäische Tagesordnung gesetzt haben und bei der Vorbereitung des zuständigen Programms Daphne rasch vorgegangen sind. Die Präsidentschaft hält es für wichtig, daß die Kommission die Bekämpfung der Gewalt und des sexuellen Mißbrauchs gegen Kinder, Jugendliche und Frauen weiterhin unterstützen kann.

Als Teil der Aktion der EU zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen wird die finnische Präsidentschaft eine Expertenkonferenz veranstalten.

Internationale Dimension europäischer Aktivitäten

Die finnische Präsidentschaft betont, daß die Entwicklung der Arbeits-, Sozial- und Gesundheitspolitik nicht in einem Vakuum erfolgt. Hierbei stellt die Erweiterung der EU eine aktuelle Herausforderung dar. Außberdem ist es in der Welt der Globalisierung mit grenzüberschreitenden Herausforderungen immer wichtiger, daß die EU an der Förderung weltweiter sozialer Entwicklung mitwirkt. Andererseits kann abgestimmte Arbeit einzelner Akteure in Europa eine koordinierte und gestärkte Einflubnahme ermöglichen.

Externe Entwicklung spiegelt sich auf die Europäische Union wider. An den nördlichen Grenzen der EU gibt es eine tiefe soziale und gesundheitliche Kluft. Zur Überbrückung dieser Kluft werden in einem Zwischenbericht der Kommission operationelle Maßnahmen vorgeschlagen. Dieser Zwischenbericht über die nördliche Dimension der Unionspolitiken wurde dem Europäischen Rat in Wien übergeben. Bei weiteren Vorbereitungen ist es wichtig, die Entwicklung des Arbeits-, Sozial- und Gesundheitssektors in diesem Bereich zu beachten, dessen Kontaktfläche zur Europäischen Union mit der künftigen Erweiterung immer stärker wird.

Diskussionen über globale soziale Entwicklung schreiteten in den großen UNO-Konferenzen der 90er Jahre stark voran. Das Follow-up des UNO-Gipfels der Sozialen Entwicklung und der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking wird während der finnischen Präsidentschaft vorangetrieben. Für die globale Entwicklung spielt die ILO bei der Förderung der Arbeitnehmerrechte eine zentrale Rolle.

Bei der Entwicklung der globalen und europäischen Gesundheitspolitik ist es immer wichtiger, die Kooperation zwischen der WHO und der EU zu unterstützen. Die kurz vor Beginn der finnischen Präsidentschaft arrangierte Konferenz über Umwelt und Gesundheit ist ein gutes Beispiel sowohl für eine Kooperation unter einzelnen Akteuren als auch für eine intersektorale Kooperation im Interesse der Gesundheit in Europa.

Ratssitzungen

Oktober
22.10. Rat der Arbeits- und Sozialminister, Luxemburg

November
12.11. Rat der Arbeits- und Sozialminister, Brüssel

Ständiger Ausschub für Beschäftigung 11.11. (Termin nicht endgültig).

18.11. Rat der Gesundheitsminister, Brüssel

29.11. Rat der Arbeits- und Sozialminister sowie gemeinsame Sitzung des Arbeits- und Sozialministerrates und des ECOFIN-Rates, Brüssel


Finnische Präsidentschaft

Sozial- und Gesundheitsministerium während der finnischen Präsidentschaft

Sozial- und Gesundheitsministerium

Arbeitsministerium

Stakes (Staatliche Forschungs- und Entwicklungszentrale für Soziales und Gesundheit)

Büro des Gleichberechtigungsbeauftragten

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